Blues Highlights


Aktuelle Ausgabe

Blues Highlights August 2026

Clay Melton, The Trevor B. Power Band und Ryan „Bluwrath“ Newman zeigen drei kraftvolle Seiten des Blues: Texas-Live-Energie, erdiges Storytelling und junge Gitarrenwucht zwischen Tradition und Blues-Rock-Feuer.

Clay Melton: Live in Texas

Kurzportrait

Clay Melton ist ein aus Houston stammender Blues-Rock-Gitarrist und Sänger, der sich früh einen Ruf als kraftvoller Live-Musiker erspielt hat. Sein Sound sitzt zwischen Texas Blues Rock, Southern Rock, Soul und klassischem Power-Trio-Druck. Melton gehört nicht zu den Gitarristen, die den Blues vorsichtig anfassen. Bei ihm geht es um Spielfreude, Lautstärke, Zug nach vorne und diese Art von Gitarrenenergie, die auf der Bühne am besten funktioniert.

Die Review

Live in Texas ist genau so ein Album, das man nicht lange erklären muss. Es lebt vom direkten Zugriff: Band auf die Bühne, Verstärker an, los. Melton bringt genügend Feuer mit, ohne dabei nur in Gitarrensport abzurutschen. Die Songs bleiben greifbar, der Groove steht, und die Gitarre bekommt trotzdem genug Raum, um zu glänzen.

Besonders reizvoll ist, dass das Album nicht wie ein glattgebügeltes Liveprodukt klingt. Es hat diesen Club- und Bühnencharakter, den man bei Blues Rock hören will. Meltons Stimme hat genug Rauheit, die Gitarre genug Biss, und das Trio-Feeling sorgt dafür, dass nichts überladen wirkt. Hier geht es nicht um Studioperfektion, sondern um Energie.

Stark ist auch der Texas-Bezug. Das Album enthält zehn eigene Songs und eine Coverversion; seine Version von ZZ Tops „Jesus Just Left Chicago“ erreichte laut einer Konzertankündigung von Reggies Chicago im Juni 2022 Platz 1 der Roots Music Report Blues Rock Song Charts. Das passt: Melton klingt nicht wie ein Nostalgiker, sondern wie jemand, der diese Tradition in einen modernen, druckvollen Live-Sound übersetzt.

Album-Info

Künstler: Clay Melton
Album: Live in Texas
Label: Watchtower Entertainment
Veröffentlichung: 3. Juni 2022
Umfang: 11 Titel, ca. 37 Minuten
Stil: Texas Blues Rock, Southern Rock, Power-Trio-Blues
Besonderheit: Livealbum mit zehn Originalen und einer Coverversion; „Jesus Just Left Chicago“ wurde stark im Blues-Rock-Radio gespielt.

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The Trevor B. Power Band: Two Crows

Kurzportrait

Trevor B. Power ist ein Blues- und Roots-Rock-Musiker aus New Jersey, der erst relativ spät stärker als eigener Singer-Songwriter und Bandleader in den Vordergrund getreten ist. Two Crows ist sein viertes Album und erschien 2026 bei Farm 189 Records. Die Vorgeschichte des Albums ist ungewöhnlich: Der Titel geht auf eine Begegnung am Tower of London zurück, bei der das Bild der Krähen als Symbol für Glück, Verlust und Hoffnung hängen blieb.

Die Review

Two Crows ist das erzählerische Zentrum dieser Ausgabe. Wo Clay Melton die Live-Energie liefert, arbeitet Trevor B. Power stärker mit Atmosphäre, Stimme und Geschichten. Das Album klingt erdig, bluesig, manchmal rau, manchmal fast nach klassischem Americana-Rock. Es hat keine Eile. Genau das ist seine Stärke.

Power besitzt eine Stimme, die nicht glatt sein will. Sie trägt Erfahrung, Reibung und eine gewisse Schwere in sich. Dazu kommen Songs, die persönliche Themen nicht plakativ ausstellen, sondern in Bilder und Stimmungen übersetzen. Two Crows bewegt sich zwischen Blues Rock, Roots, Folk-Elementen und klassischem Songwriter-Handwerk.

Besonders schön ist, dass das Album nicht auf eine einzige Farbe festgelegt ist. Stücke wie „Bobby Lane“, „Let It Ride“, „Ain’t Got No Bread“, „Horizon“, „The Message“ oder „The Fire Burns“ zeigen laut Americana Highways eine breite Spannweite zwischen Blues-Rock-Druck, erzählerischem Songwriting und atmosphärischen Momenten. Die Besetzung mit Dave Fields, Dennis Gruenling, Will Wilde, Kenny Thorstenson und Jasper Fields gibt dem Album zusätzlichen Charakter.

Two Crows ist kein lautes Effekthascher-Album, sondern eine Platte, die über Stimme, Haltung und Songs kommt. Reifer Blues Rock mit Roots-Fundament. Für diese Rubrik ist das eine schöne Ergänzung, weil es den Blues nicht nur als Gitarrenstil, sondern als Erzählform zeigt.

Album-Info

Künstler: The Trevor B. Power Band
Album: Two Crows
Label: Farm 189 Records
Veröffentlichung: 5. Juni 2026
Umfang: 10 Titel, ca. 44 Minuten
Stil: Blues Rock, Roots Rock, Americana, Singer-Songwriter-Blues
Besonderheit: Viertes Album von Trevor B. Power; geprägt von persönlichen Themen und erdigem Storytelling zwischen Blues, Americana und Singer-Songwriter

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Ryan „Bluwrath“ Newman: Wrath Of Blues

Kurzportrait

Ryan „Bluwrath“ Newman kommt aus Connecticut und gehört zur jungen Gitarrengeneration, die sich hörbar an Hendrix, Stevie Ray Vaughan, B.B. King, John Mayall und klassischem Blues Rock orientiert. Sein Spitzname ist Programm: Newman spielt mit viel Druck, viel Technik und klarer Liebe zur elektrischen Bluesgitarre. Wrath Of Blues ist sein Debütalbum und erschien am 10. Juli 2026 bei Feverbarn Recordings.

Die Review

Wrath Of Blues ist das Gitarrenalbum dieser Ausgabe. Ryan Newman geht nicht vorsichtig an die Sache heran. Das Album ist groß, laut, üppig besetzt und voller Klassiker, die jeder Blues-Hörer kennt. Genau darin liegt aber auch die Herausforderung: Wer Stücke wie „Dust My Broom“, „Texas Flood“, „The Thrill Is Gone“, „Oh, Pretty Woman“, „Get Up Stand Up“, „Miss You“ oder „Highway 61 Revisited“ anfasst, muss schon etwas mitbringen.

Newman bringt vor allem eines mit: Spieltechnik, Energie und hörbaren Respekt vor dem Material. Das Album ist weniger ein persönliches Songwriter-Statement als eine große Verbeugung vor den Vorbildern. Bluesnews.ch bringt es ziemlich treffend auf den Punkt: Newman nähert sich Blues-, Rock- und Reggae-Evergreens mit Unbeschwertheit und technischer Brillanz, muss seine ganz eigene Identität aber noch weiter schärfen. Das sehe ich ähnlich: Wrath Of Blues ist nicht subtil, aber es macht Spaß. Ein Gitarrist zeigt, was er kann, und zündet ein üppiges Blues-Feuerwerk.

Album-Info

Künstler: Ryan „Bluwrath“ Newman
Album: Wrath Of Blues
Label: Feverbarn Recordings
Veröffentlichung: 10. Juli 2026
Umfang: 14 Titel, ca. 58 Minuten
Stil: Blues Rock, Electric Blues, Gitarren-Blues
Besonderheit: Debütalbum mit vielen Blues- und Rockklassikern, großer Begleitband und Horn-Arrangements.

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Fazit

Diese August-Ausgabe hat eine klare Dramaturgie. Clay Melton bringt die direkte Live-Energie und den Texas-Blues-Rock-Faktor. The Trevor B. Power Band liefert den reiferen, erzählerischen Mittelteil mit Roots-Atmosphäre und persönlichem Songwriting. Ryan „Bluwrath“ Newman setzt den jungen, lauten und gitarrengetriebenen Schlusspunkt.

Drei sehr unterschiedliche Empfehlungen, aber alle mit einem gemeinsamen Kern: Blues als lebendige Musik, nicht als Museumsstück.