Blues Highlights


Aktuelle Ausgabe

Blues Highlights Juli 2026

Drei neue Empfehlungen zwischen Stilgefühl, Soul und modernem Blues Rock

Die Juli-Ausgabe bringt drei sehr unterschiedliche Zugänge zum Blues zusammen. Robben Ford steht für Eleganz, harmonische Tiefe und Gitarrenarbeit auf höchstem Niveau. The Dibs verbinden Rhythm & Blues mit Soul, Gospel und Groove. Gabe Stillman zeigt schließlich, wie frisch und entschlossen moderner Blues Rock klingen kann.

Robben Ford: Two Shades Of Blue

Kurzportrait

Robben Ford gehört seit Jahrzehnten zu den Gitarristen, die Blues nie als starres Genre behandelt haben. Sein Spiel verbindet Blues, Jazz, Funk und Fusion, ohne dass es akademisch oder abgehoben wirkt. Bei ihm zählt nicht der schnelle Effekt, sondern Ton, Timing und die Fähigkeit, in wenigen Noten eine ganze Stimmung aufzubauen.

Die Review

Two Shades Of Blue ist kein Album für den großen Gitarren-Showdown. Robben Ford setzt auf Klasse statt Lautstärke. Die Songs wirken durchdacht, aber nie überkonstruiert. Sein Blues bleibt offen für Jazzharmonien, funkige Rhythmen und instrumentale Ausflüge, ohne den roten Faden zu verlieren.

Der Einstieg mit „Make My Own Weather“ hat einen direkten, rauen Groove. Danach zeigt Ford die andere Seite seines Spiels: geschmeidiger, harmonisch reicher, manchmal fast schwebend. Besonders spannend ist der zweite Teil des Albums, in dem die drei Instrumentalstücke „The Fire Flute“, „The Light Fandango“ und „Feeling’s Mutual“ deutlich stärker in Richtung Jazz Rock und Fusion gehen.

Das klingt nicht nach Rückblick, sondern nach einem Musiker, der sich seine Freiheit erhalten hat. Two Shades Of Blue ist ein Album für Hörer, die Blues nicht nur als Riff und Refrain verstehen, sondern auch als Raum für Farbe, Atmosphäre und Improvisation.

Album-Info

Künstler: Robben Ford
Album: Two Shades Of Blue
Label: Provogue / Artone
Veröffentlichung: 17. April 2026
Umfang: 8 Titel, ca. 40 Minuten
Stil: Blues, Jazz Blues, Fusion, Funk
Besonderheit: Die drei abschließenden Instrumentalstücke gehen auf ein ursprünglich geplantes Jeff-Beck-Tributprojekt zurück.

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The Dibs: Just For You

Kurzportrait

The Dibs kommen aus Belgien und stehen für einen offenen, organischen Sound zwischen Rhythm & Blues, Soul, Gospel, Funk und Blues Rock. Das ist keine Band, die sich auf ein einzelnes Genre festlegt. Ihr Reiz liegt gerade in dieser Mischung aus Groove, Stimmen, warmen Arrangements und dem Gefühl, dass die Songs aus einer echten Bandchemie entstehen.

Die Review

Just For You ist das sonnigste und zugleich abwechslungsreichste Album dieser Ausgabe. The Dibs gehen nicht auf pure Blues-Rock-Kraft, sondern auf Bewegung, Soul und ein entspanntes Rhythm & Blues Gefühl. Der Groove ist oft wichtiger als das Gitarrensolo. Genau das macht die Platte angenehm eigenständig.

Songs wie „No Sleep“, „Stop Fooling Around“ oder „Sick and Tired“ zeigen, wie gut die Band Rhythmus, Melodie und Energie zusammenbringt. Der Titelsong „Just For You“ steht beispielhaft für die warme, zugängliche Seite des Albums. Dazu kommt mit „You Got Me Where You Want Me“ eine Interpretation eines Songs von William Bell und Steve Cropper, die hervorragend in dieses musikalische Umfeld passt.

The Dibs liefern kein Album für Blues Puristen, die nur nach rauer Gitarre suchen. Aber für alle, die Soul, Funk, Gospel und Rhythm & Blues genauso lieben wie den Blues selbst, ist Just For You eine sehr runde Sache. Handgemacht, groovend und angenehm frei von Genre Schubladen.

Album-Info

Künstler: The Dibs
Album: Just For You
Label:
Naked Records
Veröffentlichung: 13. März 2026
Umfang: 11 Titel, ca. 49 Minuten
Stil: Rhythm & Blues, Soul, Gospel, Funk, Blues Rock
Besonderheit: Der Song „You Got Me Where You Want Me“ stammt ursprünglich von William Bell und Steve Cropper.

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Gabe Stillman: What Happens Next?

Kurzportrait

Gabe Stillman gehört zu jener jüngeren Generation von Bluesmusikern, die ihre Wurzeln kennt, aber nicht in ihnen stehen bleibt. Er verbindet Blues mit Rock, Soul und Funk, setzt auf markantes Gitarrenspiel und schreibt Songs, die nicht nur nach Jam-Session klingen sollen, sondern auch eine klare eigene Haltung haben.

Die Review

What Happens Next? klingt nach Aufbruch. Gabe Stillman hat keine Lust, Blues nur zu verwalten. Stattdessen bringt er Energie, Ecken und ein gutes Gespür für moderne Songstrukturen mit. Das Album bleibt klar im Blues verankert, öffnet sich aber immer wieder Richtung Rock, Soul und Funk.

Der Titelsong setzt den Ton: direkt, entschlossen und mit genug Kante, um nicht geschniegelt zu wirken. „The Man I’m Supposed To Be“ zeigt eine längere, ernsthaftere Seite, während „Shame Shame“ mit Anson Funderburgh stärker in Richtung klassischer Blues-Rock-Dynamik geht. Auch die Auswahl von „I’ve Got To Use My Imagination“ macht deutlich, dass Stillman keine Angst vor Soul und emotionaleren Farben hat.

Produziert wurde das Album von Anson Funderburgh, unterstützt von Mike Zito, Guy Hale und Oliver Overton. Diese Konstellation hört man: Die Platte ist druckvoll, sauber gebaut und trotzdem nicht steril. Stillman wirkt wie ein Musiker, der nicht auf seine große Gelegenheit wartet, sondern sie sich gerade selbst schafft.

Album-Info

Künstler: Gabe Stillman
Album: What Happens Next?
Label: Gulf Coast Records
Veröffentlichung: 27. März 2026
Umfang: 9 Titel
Stil: Modern Blues, Blues Rock, Soul, Funk
Besonderheit: Produziert von Anson Funderburgh; bei „Shame Shame“ ist Funderburgh auch als Gast zu hören.

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Fazit

Diese Ausgabe funktioniert gerade wegen ihrer Unterschiede. Robben Ford bringt Stil, Tiefe und musikalische Raffinesse. The Dibs liefern Groove, Soul und Wärme. Gabe Stillman setzt den kräftigen, modernen Schlusspunkt.

Drei Alben, die zeigen: Blues lebt 2026 nicht von Nostalgie, sondern von Musikern, die ihre Wurzeln kennen und trotzdem ihren eigenen Weg gehen.