Blues Highlights März 2026
Junge Stimmen, klare Kante und ein Veteran mit Botschaft
Diese Auswahl verbindet drei unterschiedliche Generationen des Blues. Mathias Lattin steht für eine neue Welle junger Künstler, die den traditionellen Sound ernst nehmen. Kyle Rowland bringt kraftvollen, gitarrengetriebenen Bluesrock mit moderner Produktion. Und Coco Montoya zeigt einmal mehr, warum er seit Jahrzehnten zu den markantesten Stimmen des Westcoast-Blues gehört.
Mathias Lattin – Up Next
Kurzportrait
Mathias Lattin gehört zu den spannendsten jungen Stimmen der aktuellen Bluesgeneration. Der Texaner machte erstmals bei internationalen Blues-Wettbewerben auf sich aufmerksam und gewann 2023 den renommierten “International Blues Challenge Guitar Award”. Seine Musik verbindet klassischen Texas-Blues mit Soul und moderner Bühnenenergie.
Up Next wirkt wie eine klare Ansage. Lattin setzt nicht auf Vintage-Romantik, sondern auf frischen Drive. Sein Gitarrenspiel ist dynamisch, mit deutlichen Einflüssen von Künstlern wie Gary Clark Jr. oder Christone “Kingfish” Ingram, ohne sie zu kopieren. Die Songs sind kompakt, rhythmisch und stark vom Live-Gefühl geprägt. Besonders auffällig ist sein Gesang, der zwischen rauem Bluesdruck und souligen Passagen wechseln kann.
Dieses Album zeigt vor allem eines: Lattin versteht den Blues als Gegenwartsform.
Empfehlung: Für Hörer, die wissen wollen, wie junge Bluesmusiker den Sound der Tradition in die nächste Generation tragen.
Kyle Rowland – Not Holding Back
Kurzportrait
Kyle Rowland ist ein Musiker aus der amerikanischen Bluesrock-Szene, der sich nicht nur als Gitarrist, sondern auch als Mundharmonika-Spieler profiliert hat. Diese Doppelrolle prägt seinen Stil deutlich. Seine Musik bewegt sich zwischen Bluesrock, Southern Rock und traditioneller Harp-Blues-Tradition.
Not Holding Back lebt genau von dieser Kombination. Rowland nutzt die Gitarre für Druck und Struktur, während die Mundharmonika oft die melodische Gegenstimme übernimmt. In mehreren Songs entwickelt sich ein Wechselspiel zwischen beiden Instrumenten, das an klassische Blues-Arrangements erinnert, ohne altmodisch zu wirken.
Die Rhythmusgruppe bleibt kompakt und unterstützt den eher rohen, liveorientierten Sound des Albums. Die Produktion setzt bewusst auf Direktheit statt Hochglanz. Dadurch entsteht ein Album, das eher nach Bühne als nach Studio klingt.
Empfehlung: Für Hörer, die Bluesrock mit kräftiger Harp, Gitarrendruck und klarer Live-Energie mögen.
Coco Montoya – Writing On The Wall
Kurzportrait
Coco Montoya gehört seit Jahrzehnten zu den großen Gitarristen des Westcoast-Blues. Bekannt wurde er zunächst als Schlagzeuger in Albert Collins’ Band, bevor er selbst zur Gitarre griff und eine beeindruckende Solokarriere begann. Sein Stil verbindet Blues, Soul und Rock mit starkem emotionalem Ausdruck.
Writing On The Wall zeigt Montoya in einer Phase großer musikalischer Reife. Sein Gitarrenspiel bleibt leidenschaftlich, aber kontrolliert. Statt auf technische Brillanz setzt er auf Ton, Gefühl und Dynamik. Die Songs bewegen sich zwischen Soul-Blues, klassischem Westcoast-Sound und moderner Produktion. Besonders sein Gesang trägt die Geschichten des Albums.
Das Ergebnis ist ein Werk, das die lange Erfahrung eines Musikers spürbar macht, der den Blues nie als Stilübung verstanden hat.
Empfehlung: Für Bluesfans, die emotionales Gitarrenspiel, starke Songs und Westcoast-Tradition schätzen.