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Neue Singles
Duane Betts: „Down To Houston“
Southern Rock mit offenem Fenster und Blick nach vorn
Duane Betts trägt einen großen Namen, aber „Down To Houston“ zeigt sehr deutlich, dass er längst nicht mehr nur über Herkunft und Familiengeschichte definiert werden muss. Die neue Single aus dem kommenden Album „Isle of Hope“ klingt nach Straße, Bewegung, Sehnsucht und jener warmen Southern-Rock-Melancholie, die nicht künstlich auf alt getrimmt werden muss. Sie ist einfach da.
Der Song kommt nicht mit der Brechstange. Er rollt los. Genau darin liegt seine Stärke. Gitarren, Groove und Gesang greifen ineinander wie eine lange Fahrt durch den Süden, bei der die Landschaft langsam vorbeizieht und im Rückspiegel mehr liegt als nur ein Ort. „Down To Houston“ hat diesen klassischen Americana-Zug: unterwegs sein, irgendwohin müssen, etwas hinter sich lassen und trotzdem nicht ganz frei davon sein.
Musikalisch bleibt Betts tief in der Tradition des Southern Rock verwurzelt. Natürlich hört man die Linie zu den Allman Brothers. Alles andere wäre bei diesem Namen auch gelogen. Aber der Song lebt nicht vom bloßen Erbe. Er wirkt persönlicher, weicher konturiert und zugleich sehr kontrolliert. Die Gitarren sind präsent, aber nicht überladen. Der Groove schiebt, ohne sich aufzudrängen. Dazu kommt Betts’ Stimme, die weniger den großen Rockgestus sucht, sondern eher eine erzählende, fast filmische Stimmung aufbaut.
Das passt gut zum kommenden Album „Isle of Hope“, das als persönliches Werk angekündigt ist. Es geht um Erinnerung, Verlust, Veränderung und Hoffnung. Nach dem Tod seines Vaters Dickey Betts im Jahr 2024 steht Duane Betts zwangsläufig unter besonderer Beobachtung. „Down To Houston“ macht aber nicht den Fehler, daraus Pathos zu ziehen. Der Song bleibt geerdet. Er vertraut auf Atmosphäre, Rhythmus und eine klare musikalische Handschrift.
Produzent Dave Cobb ist dafür eine sehr passende Wahl. Cobb hat ein Gespür dafür, Roots-Musik nicht glattzubügeln, sondern ihr Raum, Wärme und Direktheit zu lassen. Genau das hört man hier. „Down To Houston“ klingt nicht wie ein nostalgischer Blick zurück, sondern wie ein Musiker, der seine Geschichte kennt und trotzdem weiterfährt.
Fazit
„Down To Houston“ ist ein starker Auftakt für „Isle of Hope“. Duane Betts verbindet Southern Rock, Americana und rootsigen Gitarrensound zu einem Song, der unaufgeregt, reif und sehr stimmungsvoll wirkt. Kein lauter Befreiungsschlag, sondern ein Roadsong mit Substanz. Einer, der nicht drängelt, aber lange nachrollt.
Single Info
Künstler: Duane Betts
Titel: Down To Houston
Album: Isle of Hope
Veröffentlichung Album: 12. Juni 2026
Label: Sun Records
Produzent: Dave Cobb
Songwriter: Duane Betts, Stoll Vaughan
Stil: Southern Rock, Americana, Roots Rock
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Albert Castiglia: „Michigan Avenue“
Ein Bluesrocker nimmt die Straße direkt unter die Räder
Albert Castiglia gehört zu den Musikern, bei denen man nicht lange rätseln muss, woher der Wind weht. Wenn er die Gitarre anschließt, wird nicht dekoriert, sondern gearbeitet. „Michigan Avenue“, die neue Single aus dem kommenden Album „Grits & Glory“, klingt genau nach dieser Haltung: direkt, rau, schnörkellos und mit genug Druck, um sofort klarzumachen, dass Castiglia auch 2026 nichts von seiner Angriffslust verloren hat.
Der Titel trägt schon im Namen eine Route durch die amerikanische Bluesgeschichte. Michigan Avenue steht nicht nur für Asphalt und Großstadt, sondern auch für Chicago, Clubs, elektrische Gitarren, harte Grooves und jenen urbanen Blues, der irgendwann lauter, kantiger und gefährlicher wurde. Castiglia nimmt diese Spur auf, ohne daraus eine nostalgische Museumsnummer zu machen. Der Song klingt nicht wie eine Verbeugung vor alten Helden, sondern wie ein Musiker, der mit beiden Füßen im Heute steht und trotzdem genau weiß, auf welchem Boden er spielt.
Gitarristisch ist „Michigan Avenue“ ein typischer Castiglia-Moment. Der Ton ist scharf, bissig und körperlich. Die Gitarre schiebt sich nicht elegant durch den Song, sie packt ihn am Kragen. Dazu kommt dieser trockene, robuste Groove, der nicht auf Hochglanz poliert wurde. Gerade das macht die Nummer stark. Hier klingt nichts brav, nichts rundgebügelt, nichts nach sicherer Streaming-Playlist. Das ist Bluesrock mit Dreck an den Schuhen.
Spannend ist auch der Kontext des kommenden Albums. „Grits & Glory“ wurde in den legendären Abbey Road Studios aufgenommen. Für Castiglia ist das mehr als nur eine prominente Adresse. Das Album soll die Verbindung zwischen amerikanischem Blues und britischer Bluesprägung ausloten, also genau jene Rückkopplung, die den Blues seit Jahrzehnten lebendig hält: Amerika inspiriert England, England elektrisiert den Blues zurück, und am Ende steht ein Gitarrist wie Castiglia, der beide Seiten in seinem Spiel trägt.
„Michigan Avenue“ wirkt dabei wie ein klares Statement. Keine Ballade, kein vorsichtiger Vorbote, sondern ein Track, der den Verstärker aufdreht und die Richtung vorgibt. Wenn das kommende Album diesen Ton hält, dürfte „Grits & Glory“ kein freundlicher Spaziergang werden, sondern ein kraftvolles Bluesrock-Album mit viel Straße, viel Gitarre und wenig Geduld für halbe Sachen.
Fazit
„Michigan Avenue“ ist Albert Castiglia in seiner stärksten Form: rau, fokussiert, gitarrengetrieben und tief im elektrischen Blues verwurzelt. Der Song verbindet Chicago-Assoziationen mit moderner Bluesrock-Wucht und macht ordentlich Lust auf „Grits & Glory“. Das ist kein eleganter Smalltalk, das ist ein Verstärker, der kurz vor dem Glühen steht.
Single Info
Künstler: Albert Castiglia
Titel: Michigan Avenue
Album: Grits & Glory
Veröffentlichung Album: 31. Juli 2026
Label: Gulf Coast Records
Aufnahmeort: Abbey Road Studios, London
Produzent: Dave Gross
Band: Albert Castiglia, Cliff Moore, Ray Hangen
Stil: Bluesrock, Electric Blues, Chicago Blues, British Blues Influence
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Billy F Gibbons: „Brown Paper Bag“ feat. Keith Urban
Der Bart brummt wieder
Billy F Gibbons braucht keine Anlaufzeit. Ein knarzendes Riff, ein trockener Groove, diese unverwechselbar raue Stimme, und schon steht man wieder mitten in jener staubigen texanischen Seitenstraße, die ZZ Top und ihr Gitarrist seit Jahrzehnten musikalisch gepachtet haben. „Brown Paper Bag“ ist keine Überraschung im eigentlichen Sinn. Der Song ist vielmehr eine Erinnerung daran, wie verdammt gut Gibbons dieses Spiel noch immer beherrscht.
Die neue Solo-Single kommt mit allem, was man von ihm hören will: fuzzige Gitarren, lässiger Rhythmus, eine Portion Schmutz unter den Fingernägeln und ein Riff, das nicht beeindrucken muss, weil es sofort sitzt. Hier wird nichts überproduziert oder künstlich modernisiert. „Brown Paper Bag“ trägt den Bluesrock nicht als nostalgisches Abzeichen, sondern als lebendige Haltung.
Besonders reizvoll ist die Beteiligung von Keith Urban. Wer ihn vor allem als Country-Star wahrnimmt, könnte überrascht sein, wie selbstverständlich er sich in diesen rauen, riffbetonten Sound einfügt. Seine Gitarrenarbeit bringt zusätzliche Schärfe und Beweglichkeit in den Song, ohne Gibbons die Bühne streitig zu machen. Zwei sehr unterschiedliche Musiker treffen sich hier nicht in der Mitte, sondern auf Gibbons’ Terrain, und Urban macht dort eine ausgesprochen gute Figur.
Musikalisch bewegt sich die Nummer genau in dem Bereich, in dem Billy F Gibbons am stärksten ist: zwischen Texas Blues, Boogie, Rock und jener lässigen Coolness, die sich nicht lernen lässt. Der Song schiebt, rumpelt und rollt, ohne je hektisch zu werden. Das ist Musik mit breitbeinigem Gang und trockenem Humor, direkt, kompakt und mit genug Gitarrendreck, um sofort Lust auf den nächsten Durchlauf zu machen.
Dass derzeit noch kein neues Album angekündigt ist, macht „Brown Paper Bag“ fast noch interessanter. Nach seinen Soloalben Perfectamundo, The Big Bad Blues und Hardware zeigt Gibbons erneut, dass er außerhalb von ZZ Top keineswegs nur Nebenprojekte verwaltet. Er veröffentlicht Musik, weil er offensichtlich immer noch Spaß daran hat, einen Groove anzuschieben und eine Gitarre genau im richtigen Moment knurren zu lassen.
Fazit
„Brown Paper Bag“ ist Billy F Gibbons in Bestform: lässig, dreckig, bluesgetränkt und mit einem Riff ausgestattet, das sofort im Kopf bleibt. Keith Urban liefert dazu nicht nur einen prominenten Gastauftritt, sondern echtes Gitarrenfeuer. Kein revolutionärer Neuanfang, sondern etwas viel Besseres: ein richtig starker Song von einem Musiker, der seinen Sound noch immer mit unvergleichlicher Autorität beherrscht.
Single Info
Künstler: Billy F Gibbons
Titel: Brown Paper Bag
Gastmusiker: Keith Urban, Gitarre
Veröffentlichung: 29. Mai 2026
Label: Concord Records
Stil: Texas Bluesrock, Boogie Rock, Blues Rock
Album: Bislang nicht angekündigt
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Justin Saladino Band: „Leave Me Blue“
Eine Bluesballade, die nicht laut werden muss, um hängen zu bleiben
Mit „Leave Me Blue“ meldet sich die Justin Saladino Band zurück und eröffnet zugleich das nächste Kapitel ihrer Geschichte. Die am 29. Mai 2026 erschienene Single ist der erste Vorbote des kommenden Albums „Steal My Soul“, das für den 2. Oktober 2026 angekündigt ist. Der Song wurde von Justin Saladino und Dan Bano gemeinsam geschrieben.
Wer bei Justin Saladino zunächst an druckvollen, gitarrengetriebenen Bluesrock denkt, erlebt hier eine angenehm zurückgenommene Seite der Band. „Leave Me Blue“ ist eine langsame Bluesballade, die ihre Wirkung nicht aus großen Gesten bezieht, sondern aus Stimmung, Spannung und emotionaler Nähe. Im Mittelpunkt steht kein spektakuläres Solo, sondern ein Song, der das Gefühl des Zurückbleibens ernst nimmt.
Die Melodie wird von einer absteigenden Akkordfolge getragen, während Saladinos Gesang den Schmerz einer Beziehung vermittelt, die offenbar nicht abgeschlossen ist. Die Gitarre bleibt dabei nicht im Hintergrund, sie drängt sich aber auch nicht nach vorn. Sie kommentiert, unterstreicht und lässt dem Song den Raum, den eine gute Bluesballade braucht.
Gerade diese Zurückhaltung macht „Leave Me Blue“ stark. Der Titel wirkt nicht wie eine beiläufige Vorabveröffentlichung, sondern wie eine bewusste Ansage: Hier will eine Band kein Muskelspiel veranstalten, sondern Blues spielen, der aus Gefühl, Erfahrung und musikalischem Gespür lebt.
Für das angekündigte Album „Steal My Soul“ ist das ein vielversprechender Auftakt. Saladino hat erklärt, dass die Platte verschiedene Seiten des Blues zusammenführen soll, von Balladen über Shuffles bis zu Bluesrock und rootsgeprägten Klängen. Nach „Leave Me Blue“ darf man hoffen, dass dabei nicht nur stilistische Vielfalt entsteht, sondern ein Album mit echter Seele.
Fazit
„Leave Me Blue“ ist ein starker, unaufgeregter Einstieg in das kommende Album. Eine Bluesballade mit Gefühl, Tiefe und genau der richtigen Portion Gitarrensprache. Kein großer Knall, sondern ein Song, der langsam trifft und gerade deshalb nachwirkt.
Single Info
Künstler: Justin Saladino Band
Titel: Leave Me Blue
Veröffentlichung: 29. Mai 2026
Songwriter: Justin Saladino, Dan Bano
Albumankündigung:Steal My Soul
Albumveröffentlichung: 2. Oktober 2026
Stil: Bluesballade, Contemporary Blues, Roots
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The Rolling Stones: „Rough And Twisted“ klingt wie ein Gruß aus der besten Zeit
Es gibt Bands, bei denen man irgendwann nicht mehr mit Überraschungen rechnet. Und dann kommen die Rolling Stones um die Ecke und legen mit „Rough And Twisted“ eine Single vor, die klingt, als hätten sie kurz den Kalender auf 1972 zurückgedreht. Nicht nostalgisch im schlechten Sinn, nicht als müdes Selbstzitat, sondern mit diesem trockenen, schmutzigen, federnden Groove, der immer daran erinnert, wo diese Band eigentlich herkommt: aus dem Rhythm and Blues.
Die neue Nummer ist ein echter Knaller. Gitarren, die nicht glänzen wollen, sondern kratzen. Ein Rhythmus, der lässig schiebt, ohne sich aufzublasen. Und darüber Mick Jagger mit dieser Mischung aus Spott, Biss und Straßenköter-Eleganz, die man nicht lernen kann. Genau so sollten die Stones klingen, wenn sie im Jahr 2026 noch einmal zeigen wollen, warum sie eben nicht nur eine Rockband waren, sondern immer auch eine Rhythm-and-Blues-Band geblieben sind.
Besonders stark ist, dass „Rough And Twisted“ nicht versucht, modern zu wirken. Der Song hat keine künstliche Verjüngungskur nötig. Er steht einfach da, roh, direkt und mit diesem alten Bandgefühl, das man nicht per Studio-Trick erzeugt. Keith Richards und Ronnie Wood müssen keine Gitarrenwände bauen. Ein Riff, ein Gegenlauf, ein paar dreckige Akzente reichen. Der Rest ist Timing, Haltung und Chemie.
Die Geschichte um die Veröffentlichung passt fast zu gut: Zunächst erschien die Single offenbar streng limitiert unter dem alten Tarnnamen The Cockroaches auf Vinyl, bevor sie größere Kreise zog. Das hat etwas herrlich Stones-haftes. Ein bisschen Geheimniskrämerei, ein bisschen Club-Mythos, ein bisschen „wir machen einfach, was wir wollen“.
Gleichzeitig ist „Rough And Twisted“ mehr als nur ein hübscher Vorbote. Der Song schürt die Erwartungen an das kommende Studioalbum Foreign Tongues, das nach aktuellem Stand am 10. Juli 2026 erscheinen soll. Nach Hackney Diamonds wäre das der nächste Beweis, dass die Stones im hohen Alter nicht nur ihr Denkmal pflegen, sondern tatsächlich noch neues Material mit Biss liefern können. Reuters berichtet von einem Album mit 14 Tracks, produziert von Andrew Watt, mit Beiträgen von Paul McCartney, Steve Winwood, Robert Smith und Chad Smith sowie Studiobeiträgen des verstorbenen Charlie Watts.
Für alte Stones-Fans ist „Rough And Twisted“ deshalb mehr als eine neue Single. Es ist ein Erinnerungsschub. An die Zeit, als Rock noch nach Blues roch, nach Verstärkern, Clubs, Zigarettenqualm und gefährlich guter Laune. Aber der Song lebt nicht nur von der Vergangenheit. Er zeigt auch, dass diese Band ihr eigenes Fundament noch immer versteht.
Die Rolling Stones waren nie die sauberste, nie die perfekteste, vielleicht nicht einmal die disziplinierteste Band der Welt. Aber sie waren immer eine der besten Rhythm-and-Blues-Bands, die je eine Rockbühne betreten haben. „Rough And Twisted“ erinnert genau daran. Und ja: Für Stones-Fans ist das ein ziemlich großer Moment.
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Joe Bonamassa veröffentlicht zwei neue Live-Singles aus “The Spirit Of Rory Live From Cork”
Mit zwei weiteren Vorabtracks aus seinem kommenden Rory-Gallagher-Projekt legt Joe Bonamassa nach. Mit „Bad Penny (Live)” und „Back On My Stompin’ Ground (Live)” sind zwei neue Live-Singles aus dem Album und Konzertfilm The Spirit Of Rory Live From Cork erschienen. Die Veröffentlichung ist für den 19. Juni 2026 über J&R Adventures angekündigt.
Das Projekt ist eine Hommage an Rory Gallagher, aufgenommen in Cork, also dort, wo Gallagher bis heute eine besondere Bedeutung hat. Bonamassa nähert sich dem Material nicht als bloßer Kopist, sondern als Gitarrist, der den Geist dieser Songs auf die Bühne zurückholt: rau, direkt, elektrisch und mit hörbarem Respekt vor dem Original.
„Bad Penny (Live)” gehört zu den markanten Momenten aus Gallaghers Repertoire. In Bonamassas Version steht die Gitarre erwartungsgemäß im Zentrum, aber nicht als reines Schaustück. Der Song lebt von Spannung, Attacke und diesem unruhigen Drive, der gut zu Gallaghers Handschrift passt.
„Back On My Stompin’ Ground (Live)” zeigt die andere Seite des Projekts: mehr Erdung, mehr Live-Feeling, mehr Verbindung zum Ort. Gerade dieser Titel passt zur Idee des Albums, weil er den Bezug zu Cork und zur irischen Blues-Rock-Geschichte besonders deutlich macht.
Bereits zuvor war The Spirit Of Rory Live From Cork als Livealbum und Konzertfilm angekündigt worden. Die Trackliste enthält unter anderem „Cradle Rock”, „Walk On Hot Coals”, „Tattoo’d Lady”, „Calling Card”, „Bullfrog Blues”, „Bad Penny”, „A Million Miles Away” und „As The Crow Flies”. Für die DVD- und Blu-ray-Ausgaben sind außerdem Bonusinhalte angekündigt, darunter The Inspiration of Rory mit Beiträgen von Brian May und Slash.
Für Bonamassa ist das Projekt mehr als ein weiteres Livealbum. Es ist eine Verbeugung vor einem Musiker, der Blues Rock in Europa entscheidend geprägt hat. Wer Rory Gallagher schätzt und Bonamassa als Livegitarristen mag, dürfte hier ziemlich genau an der richtigen Adresse sein.
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Steve Cropper & The Midnight Hour – Ticket First
Mit „Ticket First“liegt nun der erste Vorbote von Watching The Tide vor, jenem Album, an dem Steve Cropper noch vor seinem Tod gearbeitet hat und das am 28. August 2026 erscheint. Dass ausgerechnet Eric Clapton auf diesem ersten Song mitwirkt, verleiht der Veröffentlichung zusätzliches Gewicht, ohne den eigentlichen Mittelpunkt zu verschieben. Im Kern bleibt das Stück ein klarer Steve-Cropper-Track, getragen von Groove, Übersicht und jener unaufgeregten Autorität, die seine besten Arbeiten seit Jahrzehnten auszeichnet.
Musikalisch wirkt „Ticket First“ nicht wie ein sentimentaler Nachruf, sondern wie ein bewusst gesetzter Auftakt. Statt auf Pathos zu setzen, vertraut der Song auf Rhythmus, Songdienlichkeit und eine sehr klassische Soul- und R&B-DNA. Gerade das macht ihn stark. Cropper bleibt hier nicht nur als Legende präsent, sondern noch einmal als stilprägender Musiker hörbar.
Als Auftakt funktioniert die Single deshalb sehr gut. „Ticket First“ macht neugierig auf ein Album, das mit weiteren Gästen wie Brian May, Billy Gibbons und Ronnie Wood angekündigt wurde. Wenn die restlichen Stücke dieses Niveau halten, dürfte Watching The Tide weit mehr werden als ein spätes Dokument, nämlich ein würdiger letzter Akzent in Croppers großem Werk.
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Samantha Fish – Don’t Say It
Mit „Don’t Say It“ legt Samantha Fish einen weiteren starken Song aus Paper Doll Live vor, ihrem ersten offiziellen Livealbum, das am 12. Juni erscheint. Er gehört zu den Stücken, die nicht sofort alles offenlegen, sondern ihre Wirkung Schritt für Schritt entfalten. Genau das macht diese Liveversion interessant. Fish zieht das Tempo nicht unnötig an, sondern baut Spannung über Dynamik, Gesang und kontrollierten Druck auf. Unterstützt wird sie dabei von den McCrary Sisters, deren Harmonien dem Stück zusätzlich Tiefe geben.
Gerade in dieser Fassung zeigt sich, wie gut Samantha Fish das Wechselspiel aus Blues, Rock und Soul beherrscht. „Don’t Say It“ wirkt nicht wie bloßes Live-Dokument, sondern wie ein Song, der auf der Bühne noch einmal an Gewicht gewinnt. Die emotionale Spannung bleibt erhalten, wird aber rauer, offener und unmittelbarer ausgespielt als in einer Studioumgebung. Das ist kein Effekt, sondern genau die Stärke dieser Aufnahme. Die Liveversion lebt von Präsenz und innerem Zug, nicht von bloßer Lautstärke. Diese Einordnung ist meine Bewertung auf Basis der veröffentlichten Live-Single und der offiziellen Beschreibung des Songs.
Als Vorgeschmack auf Paper Doll Live funktioniert „Don’t Say It“ deshalb sehr gut. Die Single macht deutlich, dass dieses Album nicht nur als Mitschnitt interessant sein dürfte, sondern als eigenständige Veröffentlichung mit Profil. Wenn die restlichen Stücke auf ähnlichem Niveau liegen, könnte Samantha Fish hier eines der überzeugenderen Livealben des Jahres vorlegen. Das Album wurde am Bijou Theatre in Knoxville aufgenommen.
Festivals
Crossroads Guitar Festival 2026
Eric Clapton holt das Crossroads Guitar Festival 2026 zurück auf die große Bühne. Am 26. und 27. September steigt das Benefiz-Event im Moody Center in Austin, Texas, und verspricht erneut ein Gipfeltreffen der Gitarrenwelt zu werden.
Für die siebte Ausgabe hat Clapton ein beeindruckend breit aufgestelltes Line-up zusammengestellt, das Blues, Rock, Americana und Jazz miteinander verbindet. Auch einige prominente Debüts sorgen für besondere Spannung: Pete Townshend, Trey Anastasio, Tommy Emmanuel und Julian Lage stehen erstmals beim Crossroads Festival auf der Bühne.
Clapton selbst wird an beiden Abenden auftreten und damit erneut den musikalischen Kern des Festivals bilden. Das Crossroads Guitar Festival ist seit Jahren nicht nur ein Treffpunkt für Ausnahmegitarristen, sondern auch ein wichtiges Benefizprojekt zugunsten von Claptons Crossroads Centre in Antigua.
Für Gitarrenfans dürfte dieses Wochenende damit zu einem der großen Live-Höhepunkte des Musikjahres 2026 werden.
Vorläufiges Line-up Crossroads Guitar Festival 2026 (Austin):
Host: Eric Clapton (beide Abende)
Veteranen: Joe Bonamassa, Gary Clark Jr., Billy Gibbons, Buddy Guy, Sonny Landreth, John Mayer, Del McCoury Band, Tedeschi Trucks Band, Jimmie Vaughan
Debüts/Special Guests: Trey Anastasio, Tommy Emmanuel, Julian Lage, Pete Townshend